Wenn ein junger Mensch straffällig wird ...

Viele Eltern sind ratlos, wenn sie erstmals durch die Polizei oder Staatsanwaltschaft von der Straftat ihres Kindes erfahren. „Warum hat er / sie das getan? Was haben wir falsch gemacht?“ Kinder und Jugendliche suchen ihre eigene Identität - sie wollen wissen, wer sie sind. Zu einer Phase der Identitätsfindung gehört auch, dass sie ausprobieren, wie weit sie gehen können. Dabei werden schnell Grenzen überschritten, leider auch die des Strafrechts. Junge Menschen lernen in diesem Lebensabschnitt „Spielregeln“ für ein verantwortliches Miteinander in der Gesellschaft. Es ist wichtig, dass sich Eltern für die Probleme ihres Kindes ausreichend Zeit nehmen, vor allem dann, wenn es eine Straftat begangen hat. In einem Gespräch sollte mit dem Sohn/der Tochter offen über die Straftat geredet, Hintergründe erfragt, ihm/ihr aber auch das Unrecht der Tat und die möglichen Folgen deutlich vor Augen geführt werden.

Die Jugendhilfe im Strafverfahren ist ein Beratungsangebot für Jugendliche, Heranwachsende und deren Familien. Strafunmündige Kinder (14-17 Jahre) sowie Jugendliche (14 – 17 Jahre) und junge Erwachsene (18 – 20 Jahre / Heranwachsende), die beschuldigt werden, eine Straftat begangen zu haben, werden während des gesamten Strafverfahrens von der Jugendhilfe beraten und begleitet. Dabei nimmt die Jugendhilfe im Strafverfahren eine neutrale Position ein: sie ist weder Verteidiger des/der Beschuldigten noch Interessenvertreter der Staatsanwaltschaft. In Gesprächen mit Jugendlichen und Eltern bzw. mit jungen Erwachsenen werden alle sozialen und pädagogischen Aspekte über die Persönlichkeit, Entwicklung und Umwelt des jungen Menschen ergründet. Sie werden in einem Bericht an das Jugendgericht und die Staatsanwaltschaft zusammengefasst und mit einem Vorschlag zur Maßnahme vorgetragen. Dem Jugendrichter wird dadurch ermöglicht, passende Erziehungs- und Strafmaßnahmen zu finden, die weitere Straffälligkeiten verhindern und den junge Menschen zu einer vorteilhaften Entwicklung verhelfen sollen.

Auch nach dem Strafverfahren stehen wir mit Beratung und Hilfestellung zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartner

Josef Kamphues
Telefon: 02363 - 9 10 09 51
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!